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Schnapsidee Arbeitzeitgesetz verteidigen !

DIE LINKE macht falsche Vorschläge und kennt das AZG nicht !

Kaum zu glauben aber DIE LINKE ruft jetzt zur Verteidigung des Arbeitszeitgesetzes auf. Kaum jemand merkt, daß da was nicht stimmt. Eine Position die ohne KENNTNIS des Gesetzes undenkbar wäre. Eine Position, die auch ohne jede Kenntnis selbst der jüngeren Geschichte der Arbeiterbewegung undenkbar wäre !

 

Das Arbeitszeitgesetz von Helmut Kohl aus dem Jahre 1994 war seinerzeit der Einstieg in die Verlängerung der Arbeitszeit und in die Arbeitszeitflexibilisierung. Letztere wurde von der "Linken" auch schon vor Corona als sog. Arbeitszeitsouveränität begrüßt und gefordert. Erstere hat die Existenz von "Arbeitszeitkonten" und eine befristete 60-Stunden-Woche ermöglicht. Der obligatorische Zuschlag für Mehrarbeit über 10 Stunden täglich wurde einfach abgeschafft. Wohlgemerkt: Alles Änderungen, die w e i t hinter das vorherige Arbeitszeitrecht zurückfielen. Wer will kann das im Einzelnen im Kapitel "Arbeitszeit" in meinem Buch "Umgang mit dem Arbeitsrecht" nachlesen. Auch daß die SPD damals für die GESETZLICHE 40 STUNDEN WOCHE eintrat. Doch DIE LINKE will offensichtlich weder lesen noch Geschichte zur Kenntnis nehmen. Sie ruft angesichts weiterer Verschlechterungen des Gesetzes anläßlich der Corona-Krise zur "Verteidigung des GESETZES" auf anstatt den 8-Stunden-Tag verteidigen zu wollen und sich gegen jede "Flexibilisierung" auszusprechen. Zahlreiche arbeitsmedizinische Untersuchungen haben ergeben, daß es eine "Arbeitszeitsouveränität" nicht gibt und daß die Abweichung von berechenbaren Arbeitszeitstandards gesundheitsschädlich ist. Die Losung der Linken ist ein weiterer Schritt zur Anpassung an die Neoliberalisierung des Arbeitsrechts seit den 1980er Jahren. Er ist alles andere als "links".

 

 

4.Mai 2020 Dr. Rolf Geffken


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