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Buchvorstellung "Die Grosse Arbeit" in Worpswede

Lesung und Rezitation von Rolf Geffken im Museum am Modersohn-Haus


Der Autor bei seiner Präsentation des Buches

Es war die erste Präsentation des neuen Rilke-Buches des Hamburger Anwalts und Autors Rolf Geffken. Gastgeberin Sigrun Kaufmann nahm gleich in ihrer Begrüssungsrede Bezug auf den biografischen Hintergrund des Autors: Der Urgrossvater des Autors, Hinrich Geffken, hatte als Bürgermeister Westerwedes die Aufgebotserklärung der Eheleute Rilke und Westhoff unterzeichnet und sein Grossvater war mit Heinrich Vogeler und Fritz Husmann befreundet gewesen. 

Doch das Thema des Buches "Die Grosse Arbeit" geht weit über biografische Bezüge hinaus. Geffken machte in seiner Präsentation deutlich, dass er - obwohl "von Haus aus kein Germanist und Literaturwissenschaftler" - zum Teil völlig neue Fragen für die Rilke-Forschung aufgeworfen hat: Die Bedeutung Worpswedes für das Werk Rilkes sei aus einem lokalen Bedürfnis heraus zweifellos vielfach überschätzt worden, andererseits aber werde von der offiziellen Rilke-Forschung und zahlreichen Rilke-Biografen die von 1900 - 1902 währende Station deutlich unterschätzt. Der Autor vertritt die These, dass die Arbeit der Moorbauern, die sich vor allem in der Werken August Mackensens und Otto Modersohns widerspiegele, Rilke den Anstoss geliefert habe, einen eigenen Begriff der Arbeit des Künstlers zu entwickeln. Rilke habe wie kein Zweiter immer wieder auch die physische Seite dieses Arbeitsprozesses geschildert und auch an sich selbst deutlich gemacht. Er selbst sei die personifizierte Widerlegung der laienhaften Vorstellung, die Arbeit des Intellektuellen sei "leicht" im Gegensatz zur Arbeit des Handarbeiters. Der Autor verdeutlichte eindrucksvoll, dass Rilke anders als viele andere Lyriker ein "Sprachkonstrukteur" gewesen sei, der bisweilen monatelang an einem Gedicht gesessen habe, bis es den richtigen "Klang" aufgewiesen habe. Deshalb sei auch das (wirtschaftlich erfolgreiche) "Rilke-Projekt", mit dem kürzlich eine Vertonung seiner Werke versucht worden sei, strikt abzulehnen. Rilke selbst habe dies aus guten Gründen abgelehnt, denn seine Sprache sei zuerst "Musik" und der Inhalt erschliesse sich nur, wenn man sie "klingen" lasse. "Vertonung" schaffe da nur Verwirrung und keine Klarheit. Der Autor las nicht nur aus seinem Buch vor sondern rezitierte an einem besonderen Pult auch aus den Werken Rilkes, unter anderem aus dem "Requiem für eine Freundin", das der Malerin Paula Becker-Modersohn gewidmet war. "Wir befinden uns hier im Modersohn-Haus in Worpswede geradezu an einem heiligen Ort der deutschen Kunst, denn hier starb Paula jenen uralten Tod, den Rilke in seinem Requiem mit dem Satz beklagt: 'Irgendwo ist eine uralte Feindschaft zwischen der Grossen Arbeit und dem Leben", erklärte der Jurist und Autor Geffken. Die anschliessende Diskussion mit den TeilnehmerInnen, die aus München, Hamburg, Bremen und Worpswede kamen und unter denen sich einige Germanisten und Rilke-Kenner befanden, förderte zahlreiche neue Aspekte in der Rilke-Betrachtung zu Tage. Dem ausdrücklich geäusserten Wunsch nach einem eigenen Rilke-Seminar kam Geffken nach und kündigte an, dass ein solches bereits für den Herbst 2014 geplant sei. InteressentInnen könnten sich im Museum am Modersohn-Haus oder beim Hamburger Institut für Arbeit unter institut@ICOLAIRde melden. Als nächstes findet eine Lesung am 30.8.2014 auf "Gut Niendieck" bei Geversdorf/Oste statt, wohin der Grossvater des Autors 1902 zog, "als Rilke sich von Worpswede auf den Weg nach Paris machte"(Geffken). 

Das Buch ist ab sofort in allen Buchhandlungen zum Preis von Euro 16,90 erhältlich. 

 


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