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RAT & TAT Info 264 : Skandal bei VW-Tochterfirma weitet sich aus

Schikanen gegen Werkvertragskläger bei Autovision

Wir hatten bereits berichtet: Mehrere Mitarbeiter der VW-Tochter AUTOVISION beim Werk Hannover hatten gegen den Konzern wegen Übernahme in ein Festanstellungsverhältnis geklagt. Unmittelbar darauf wurde der vermeintliche „Wortführer“ der Kläger unter fadenscheinigen Vorwänden zwangsweise von seinem Arbeitsplatz mit Hilfe des Werkschutzes weggeführt und ihm anschließend gekündigt. Im Gütetermin beim ArbG Hannover war man nicht in der Lage, auch nur im Ansatz stichhaltige Kündigungsgründe (geschweige denn Gründe für die Zwangsfreistellung) zu nennen. Einer der Gründe sollte das „Antäuschen der Blockierung des Fahrweges durch vermeintliches Umwerfen einer Mülltonne“ sowie angebliches „Grimassenschneiden“ gegenüber einem Kollegen gewesen sein. Die Entfernung vom Arbeitsplatz war offensichtlich erfolgt, um „in Ruhe“ mit Kollegen des Betroffenen zu sprechen. Wie sich jetzt herausstellte wurden Kollegen gezielt danach befragt, ob sie „Probleme“ mit dem Betroffenen hätten (und d a s obwohl die Firma ja angeblich alles bereits „wußte“, hatte sie doch den Betroffenen mit dem Werkschutz „abführen“ lassen). In einem der Gespräche wurde der Befragte von Vorgesetzen nach eigenem Bekunden in die Enge getrieben. Wiederholt bekundeten aber er und andere im Nachhinein, gar keine Probleme mit dem Betroffenen gehabt zu haben. In einer Unterschriftenliste solidarisierten sich sogar zahlreiche Kollegen mit dem Betroffenen. Nachdem die vermeintlichen Kündigungsgründe vom Arbeitgeber selbst wohl als nicht ausreichend eingeschätzt wurden, wurde der Betroffene mit diesen erneut – noch bevor im laufenden Prozeß die Firma die Kündigung offiziell begründet hatte – im Rahmen einer „schriftlichen Anhörung“ konfrontiert. Er sollte also nun quasi selbst (!) mithelfen, seine Kündigung zu begründen. Wir haben dies entschieden zurückgewiesen. Als „Antwort“ darauf erhielt der Betroffene eine weitere Kündigung (ohne Begründung) und kurze Zeit später – ohne daß irgendetwas vorgefallen wäre – EINE DRITTE KÜNDIGUNG ! Welch willkürlichen Charakter das Vorgehen der Autovision hat und daß hinter ihrem Vorgehen auch die VW AG steht, mag der Tatsache entnommen werden, daß den ebenfalls auf Festanstellung klagenden Kollegen verwehrt wurde, zu den dem anberaumten Gerichtstermin in ihrer Klage auf Festanstellung zu erscheinen, obwohl das Gericht deren Erscheinen ANGEORDNET hatte. Schlimmer noch: Trotz des mehrfachen Hinweises der Kläger auf die GERICHTLICHE ANORDNUNG sollten diese abgemahnt werden und erschienen nach Vorladung bei einem „Personalausschuß“, bei welchem auch Vorgesetze der VW AG (!) anwesend waren. Nachdem ihnen die Ladung des Gerichts vorgelegt worden war, verzichteten sie plötzlich auf weitere Maßnahmen. Vergütet wurde die Anwesenheit bei Gericht bis heute nicht. Das Vorgehen der Autovision ist gekennzeichnet von dem unbedingten (und durch Vorgesetzte auch erklärten) Willen einen unliebsamen Mitarbeiter loszuwerden. Gründe scheinen dabei ebensowenig eine Rolle zu spielen wie die Beachtung gesetzlicher Vorschriften. Unverständlich ist, daß dies alles bislang mit Duldung des Betriebsrates stattfand, wobei an dieser Stelle darauf hingewiesen werden soll, daß es sich hier um ein Gremium handelt, das vom Betriebsrats der VW selbst eingerichtet wurde. Ein ursprünglich für den 21.6. anberaumter Kammertermin beim Arbeitsgericht wurde auf Veranlassung der für die Autovision tätigen Großkanzlei verlegt auf den 9.8.2017. Wir haben dagegen protestiert. Ob es bei der Verlegung bleibt ist noch nicht entschieden. Wir informieren weiter über unseren Newsletter RAT & TAT Info.


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