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Einzelansicht: Rat & Tat China Infos

RAT & TAT China-Info 9 : China & die USA - Absurde Entwicklungen

Drei Meldungen finden dieser Tage in China ungeteilte Aufmerksamkeit:

 

1. Das Bestreben des japanischen Premiers Abe, die eindeutige  Festlegung auf Selbstverteidigung in der Verfassung durch eine verfassungswidrige "Interpretation" zu umgehen und dem japanischen Militaer neue Optionen der Intervention und Bedrohung nach aussen zu eroeffnen.

2. Die Erklaerung der US-Administration, dass Japan dieses Recht "selbstverstaendlich" zustehe.

3. Die Mitteilung, dass die US Navy und die chinesische Marine grossangelegte gemeinsame Manoever unter gemeinsamem Oberkommando im Pazifik durchfuehren.

Wie passt das zusammen ?

 

Es unterliegt keinem Zweifel, dass die geostrategische Ausrichtung der Politik Japans eine Bedrohung fuer seine unmittelbaren Nachbarn, vor allem fuer China, darstellt. Japan erhebt in agressiver Weise Anspruch auf eine Reihe von Inseln und Meeresgebieten, in denen es Rohstoffvorkommen vermutet. Damit ist die Ausgangslage ganz aehnlich der derjenigen am Vorabend des Ueberfalls auf China Ende der 1930er Jahre und erst recht derjenigen des Ueberfalls auf den US-Flottenstuetzpunkt Pearl Harbor. Bis heute blieben die meisten der vom japanischen Militaer waehrend der Okkupation Chinas und im sog. Pazifischen Krieg begangenen Kriegsverbrechen ungesuehnt. Schlimmer noch: Bis heute hat Japan offiziell seine Schuld nicht anerkannt und sich erst Recht nicht fuer die am chinesischen Volk, in den Philippinen oder in Indonesien begangenen Verbrechen entschuldigt. Soeben hat China Dokumente vorgelegt, in denen ein japanischer General detailliert die Verbrechen vor allem an chinesischen Frauen aber auch im Zusammenhang mit gezielten Massentoetungen chinsischer Soldaten bestaetigt hat. Japan bestreitet diese Verbrechen etwa so wie deutsche Neonazis den Holocaust leugnen. Es waren die USA, die nach 1945 dazu beitrugen, dass Japan in seiner Verfassung antimilitaristische Grundsaetze verankerte, damit von japanischem Boden nie wieder Krieg ausginge. Doch nun wird diese Verfassung gebrochen und die USA bestaetigen prompt, dass Japan dazu jedes R e c h t habe. Der Grund fuer diese Haltung ist einfach: Es sind die USA selbst, die dieses Mal Japan in seinem Kampf gegen eine vermeintliche Hegemonie Chinas in Asien unterstuetzen. Anders als 1945 begreifen die USA die VR China als oekonomischen und politischen Konkurrenten, der sie in der Ausuebung ihrer angemassten Rolle als "Fuehrungsmacht"  behindern koennte und kann. Und doch: Die Verflechtungen zwischen den USA und China sind inzwischen so intensiv, dass neben Rivalitaeten auch grosse Abhaengigkeiten gibt. Niemals wuerden die USA heute auf die Idee kommen, etwa wie im Falle Russlands die Verhaengung von Sanktionen gegen China zu fordern: Sie wuerden sich damit selbst schaden. Aber warum dann gross angelegte gemeinsame Manoever mit der US Navy im Pazifik ? Es gibt keinen Kurswechsel der USA in Bezug auf Japan. Und auch wenn Generale der PLA die Freundschaft mit den USA beschwoeren: Es aendert alles nichts an der langen militaerischen Agression der USA in Asien im mittleren Osten und Suedamerika, der voelkerrechtswidrigen Aggression gegen den Irak, dem voelkerrechtswidrigen Luftkrieg in Vietnam, den Kriegsverbrechen in Abu Graibh, den Menschenrechtsverletzungen in Guantanamo, dem Sturz der verfassungsgemaessen Regierung Chiles durch vom CIA beratene Generaele und viele andere Belege einer keineswegs auf Frieden und Ausgleich angelegten Politik der USA. Ob vor diesem Hintergrund eine militaerische Zusammenarbeit mit den USA die VR China vor boesen Ueberraschungen bewahren kann, ist mindestens zweifelhaft.  

 

 

Dr. Rolf Geffken, Nanjing 4.7.2014


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