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RAT & TAT China Info 23 : Desaster am Flughafen Hahn

KPMG und die Mainzer Landesregierung

Es ist kaum zu glauben: Die Mainzer Landesregierung ist beim Verkauf des Flughafens Hahn offenbar einer Art "Briefkastenfirma" in Shanghai auf den Leim gegangen. Nach Abschluß des Vertrages blieb der "chinesische Investor" aus Shanghai die erste Kaufrate schuldig. Angeblich stornierte die Landesregierung darauf den Vertrag. Der Südwestdeutsche Rundfunk hatte bei eigenen Recherchen herausgefunden, daß die vermeintlich seriöse Firma im Stadtteil Pudong unter derselben Adresse wie ein Reifenhandel residierte und das Büro nicht besetzt war. Die Nachbarn berichteten von zahlreichen Besuchern, die angeblich "auch" um ihr Geld geprellt worden seien. Und die Mainzer Landesregierung ? Sie berief sich darauf, alles sei "sorgfältig geprüft" worden. Von wem und wie ? Beauftragt worden war die "weltbekannte" Beratungsfirma KPMG. Der SWR mutmaßte nach seinen Recherchen, daß sich die "Prüfung" wohl nur auf die Einsichtnahme ins Handelsregister beschränkt hatte. Ziemlich merkwürdig, denn soweit bekannt verfügt KPMG auch über eine Niederlassung in Shanghai. Von dort hätte man mit öffentlichen Verkehrsmitteln ohne weiteres den "Reifenhändler" und seinen "Nachbarn" finden können. Man hätte auch das machen können, was selbst kleine Firmen machen, wenn sie die Bonität eines Käufers prüfen: Einen Detektiv beauftragen. Selbst der hätte durch Gespräche vor Ort sofort Zweifel an dem "Investor" bestätigen können. Und nun noch dies: Mit großem Aufwand betreibt die "Frankfurt-Main-Region", zu der auch Hahn gehört, eine eigene Dependance in Shanghai. Hat man dieses Büro gar nicht eingeschaltet oder hat die Dependance sich auch auf das Handelsregister verlassen ? Wie auch immer: Es zeigt sich erneut, daß man sich im China-Geschäft und vor allem im Beratungsgeschäft nicht auf "große Namen" verlassen sollte, am wenigsten aber auch nur e i n e Beratungsfirma. Werden die Verantwortlichen in Mainz daraus die Konsequenzen ziehen ?


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