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RAT & TAT China-Info 13 : Angela Merkel im langen Schatten Japans

Warum Chengdu und nicht Nanjing ? Nachbetrachtungen zum China-Besuch der Bundeskanzlerin

Es gibt historische Daten, die nutzt man zu symbolischen Zwecken oder man laesst sie ungenutzt, weil man keine Symbolik will. So ist das mit dem 7.7.2014. Das war und das ist der 77. (!) Jahrestag der Invasion Japans in China, die in vollem Umfang am 7.7.1937 begann und die unendlich viel Leid ueber das chinesische Volk brachte. An diesem Jahrestag hielt sich auch die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland in China auf. Doch Frau Merkel besuchte die Tsinghua Universitaet, nachdem sie zuvor das VW-Werk in Chengdu besucht hatte. In beiden Faellen ging es ihr und ihrer Delegation um die Praesentation der "Innovationskraft deutscher Unternehmen", um nicht mehr. Freundschaft fuer Investitionen. Zum 77. Jahrestag der faschistischen Agression gegen China verlor sie kein Wort. Und dies, obwohl gerade zum Zeitpunkt der Ankunft Merkels chinesische Experten neue erschuetternde Dokumente ueber den Voelkermord japanischer Militaers an chinesischen Zivilisten und Soldaten vorlegten, darunter auch Massenmorde durch chemische Versuche. Frau Merkel haette ohne weiteres an Stelle von Chengdu die Millionenmetropole Nanjing besuchen koennen. Hier ist die Erinnerung an die Verbrechen der Japaner besonders gross: 300.000 Menschen wurden in dieser Stadt von japanischen Militaers regelrecht abgeschlachtet, wie man eindrucksvoll in dem Museum fuer das an Chinesen veruebten Massakers nachvollziehen kann. Das Museum ist das chinesische Holocaust-Mahnmal und es enthaelt eine wesentliche Aussage und Mahnung: Nie wieder Krieg ! Nie wieder Faschismus ! Was also hinderte die Kanzlerin daran, sich dort zu zeigen und einen Kranz niederzulegen ? Es klingt paradox, aber es ist die pure Wahrheit: Es hinderte sie g e r a d e die Aktualitaet dieser Forderung daran. Es hinderte sie die weiter virulente Gefahr einer neuen japanischen Agression gegen China daran. Warum ? Der japanische Premier Abe liess soeben die pazifistische japanische Verfassung "neu interpretieren" um japanische Militaereinsaetze auch im Nicht-Verteidigungs-Fall zu ermoeglichen. Und er und seine Kumpanen weigern sich weiter, die Verbrechen der japanischen Militaers an China anzuerkennen, geschweige denn, sich dafuer zu entschuldigen. Waehrend in anderen Laendern Geschichtsrevisionismus und Holocaustleugnerei bereits ein Straftatbestand sind, ist dies in Japan offizielle Politik. Und d a s war das Problem fuer Frau Merkel. Schliesslich repraesentiert die japanische Regierung ja angeblich "gemeinsame Werte" (welche bitte ?) als sie gemeinsam mit der Bundesregierung "Putin-Russland" waehrend der Ukraine-Krise aus dem G 8 - Club ausschloss. Da nimmt man denn schon mal in Kauf, dass der angebliche Wertehorizont auch noch Holocaust-Leugner einschliesst. Schliesslich kann man ja mit einer meist unwissenden deutschen Oeffentlichkeit rechnen. Merkt ja keiner. Bloss keinen Aerger mit Japan, dem soeben von den USA der Ruecken gestaerkt wurde. Liebe Frau Merkel: Freundschaft sieht anders aus. Sie haetten allen Grund gehabt, auch ohne grosse Worte Nanjing zu besuchen. Mal ganz abgesehen davon dass dies vermutlich langfristig sogar deutschen Automobilkonzernen mehr genutzt haette ....... Aber vielleicht lag es ja auch nur an den unfaehigen Beratern aus den "Think-Tanks" der Kanzlerin. * 

Wir beenden damit unsere Bericht diekt aus China. Wir weisen daraufhin, dass wir zu einigen Themen keine vollstaendigen Angaben machen konnten und wollten. Wir werden das ab Nr.14r nachholen. Zugleich werden wir zu den Themen Arbeit, Staatsbetriebe, Gewerkschaften, Partei und Japan Bildmaterial veroeffentlichen und teilweise auch ueber unseren Facebook-Account posten.

Gleichzeitig sei an dieser Stelle nochmals auf das Interview des Verfassers in der oesterreichischen Zeitschrift "Arbeit und Wirtschaft" (Oesterreichischer Gewerkschaftsbund und Oesterreichische Arbeiterkammer) verwiesen:

 

Dr. Rolf Geffken, Nanjing 9.7.2014

 


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