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RAT & TAT China-Info 12 : Die Bundeskanzlerin in China

VW im Gepäck

Ja, die Bundeskanzlerin weiss, was sich gehoert. Seit Jahren fordert Beijing zu mehr Investitionen in den weniger entwickelten Landesteilen im Westen Chinas auf. Dennoch blieben diese Aufforderungen von westlichen Unternehmen und Staaten lange Zeit ungehoert. Chinas Osten war und ist attraktiver, Transportwege vor allem fuer den Export ueber See kuerzer, die Infrastruktur weit aus besser ausgebaut, die Arbeitskraefte qualifizierter. Und nun kommt die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland innerhalb kuerzester Zeit erneut nach China und besucht mit groesstem medialen Aufwand und von den chinesischen Medien viel beachtet demonstrativ zuallererst die Millionenmetropole Chengdu in Chinas westlicher Provinz Sechuan. Der "gute Mensch aus Sechuan" jetzt aus Berlin ? Fast hat es den Eindruck, wenn die maerkische Hausmannskost gewohnte Staatsfrau sich von einem chinesischen Chefkoch zeigen laesst, wie man "kung pao chicken" zubereitet. Mehr noch allerdings wenn sie sich in einem Forum in Chengdu darueber verbreitet, dass Deutschland Chinas Westen bei dessen Urbanisierung und einer nachhaltigen Entwicklung unterstuetzen werde. Ganz "Chinaexpertin" - offenbar eingestimmt von ihren "China-Think-Tanks" bei der Stiftung Wissenschaft und Politik - verkuendet sie dort sogar, der Westen Chinas solle nicht einfach das Entwicklungsmodell von Chinas Osten kopieren sondern eigene - kuerzere ! - Wege gehen. Effektivere und nachhaltigere. Donnerwetter, denkt man sich. Und das von der zu Hause so betulich und wenig innovativ auftretenden Kanzlerin. Wie kommts ? Ganz einfach: Seit einiger Zeit ist in Sechuan der deutschen KanzlerInnen liebstes Kind unterwegs, dem spaetestens seit den Tagen des Basta-Kanzlers Schroeder bekanntlich noch nie ein Wunsch abgeschlagen wurde: Der VW-Konzern ! Bereits jetzt hat VW in Chengdu 17 Billionen Yuan investiert. Allein 2013 verliessen 480.000 Fahrzeuge das Werk in Sechuan. Das waren immerhin bereits 1/3 der jaehrlichen Produktion des Konzerns in ganz China. Damit diese Entwicklung anhaelt, sind gewaltige Investitionen in kuerzester Zeit notwendig. Auch in Infrastruktur, Ausbildung, Verkehrswege etc.. VW kann sich auf seine KanzlerInnen verlassen. Seine Forderungen sind ihre Folrderungen. Aber auch fuer alle anderen deutschen Automarken gilt: Ohne den Absatzmarkt in China wuerde die Gewinnentwicklung der Konzerne anders aussehen. So vor allem in dem Segment der "Luxus-Klasse". Hier erlebten BMW und Mercedes im letzten Jahr wieder beachtliche Zuwachsraten im Reich der Mitte. Vor diesem Hintergrund ist es klar, dass das florierende Geschaeft nicht durch Misstoene gestoert werden darf. Und so lassen sich die regierungsnahen "Chinaexperten" zur gleichen Zeit ueber den bemerkenswerten Kampf Chinas gegen die Korruption vernehmen. Das ist zunaechst voellig korrekt. Doch wer aber glaubt, die von uns im Detail in unseren China-Infos Nr. 7 und 8 geschilderten Verhaftungen prominenter Politiker seien im Zusammenhang mit dieser Kampagne zu sehen, der irrt gewaltig. Die Verhaftungen und zu erwartenden Verurteilungen duerften nach chinesischem Strafrecht einwandfrei sein. Aber das Phaenomen der Korruption ist in China inzwischen so sehr verbreitet, dass man aufwendige und ungewisse politische Auseinandersetzungen durch strafrechtliche Massnahmen geschickt ersetzen kann.

Dr. Rolf Geffken, Nanjing 7.7.2014


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