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RAT & TAT China-Info 11 : Müll & Nachhaltigkeit in China

Wer China nur vom Hotel aus erlebt, versaeumt einiges. Ueber den Umgang mit dem Hausmuell macht sich der "Gast" keine Gedanken. Der kleine Papierkorb unterm Schreibtisch scheint die gleiche Funktion zu erfuellen wie derjenige in einem deutschen Hotel. Scheint. Wer in China dort wohnt, wo die Masse der staedtischen Bevoelkerung lebt - in einfachen meist 5 stoeckigen Haeuserblocks - ,  der erlebt mehr: Muell, das ist  a l l e s , was entsorgt wird. Leere Flaschen (Glas und Plastik) jeder Groesse, Plastikhuellen, Styropor-Packungen, Essensreste und - last not least - das gebrauchte Toilettenpapier, denn das wuerde die schmalen Rohre der Abwasserleitungen verstopfen. Und es landet alles in Muelleimern vor der Tuer, deren Deckel ganztaegig geoeffnet sind und deren Inhalt Sonne und Dauerregen gleichermassen ausgesetzt sind. Was anschliessend mit dem Muell passiert, muss man nicht wissen (das kennen wir aus der eigenen Geschichte), was aber sich an Gift und Keimen allein bis zum Abtransport da zusammenbraut, sieht man mit eigenen Augen. Gewiss: Es gibt in einigen Staedten jetzt eine Muelltrennung. Kurioserweise aber nur dort, wo es sie bei uns nicht gibt: Bei den Papier- und Muellkoerben am Strassenrand. Da kann man waehlen: Recycling - No Recycling. Dabei waechst das Volumen vor allem des gefaehrlichen Plastikmuells taeglich. Wer dort wohnt, wo die Menschen wohnen (und nicht im Hotel), und wer taeglich kochen und sich ernaehren muss, der weiss: Ohne Wassertransport geht nichts. Das Leitungswasser ist fuer das Kochen, Kaffee- oder Teezubereitung usw. ungeeignet. Ergebnis: Das Wasser kann nicht in handlichen Evian- oder Volvicflaschen sondern muss gleich in 10-Liter Kanistern herangeschleppt werden. 5 Stockwerke ohne Fahrstuhl. Und schon am naechsten Tag landen die platzaufwendigen Kanister in der Tonne vor der Tuer. Manches koennte sofort verbessert werden. Statt der Tonnen, groessere Container mit mehr Platz und die rasche Einfuehrung des Flaschenpfands. Doch ist der unkontrollierte Muell auch ein Geschaeft. Fuer die Armen. Bisweilen sieht man Lastwagen voller leerer Wasserkanister, mit denen diese selbst eine Wiederverwendung organisieren. Solche "informellen" Arbeitsplaetze wuerden wegfallen. Zugleich wuerde selbst bei der jetzt auch in China beliebten Privatisierung auf seiten der Kommunen zunaechst erhoehter Investitionsbedarf bestehen. Grosse Muellfahrzeuge, die fuer die Bedienung von Containern zwingend erforderlich waeren, wuerden die meisten der kleinen Gassen etwa im Distrikt Suojin von Nanjing gar nicht befahren koennen. Dies allerdings nicht weil die Gassen selbst zu schmal waeren sondern weil sie von viel zu grossen Privatfahrzeugen zugeparkt sind. Die Groesse dieser Fahrzeuge waechst von Jahr zu Jahr und die Besitzer nutzen sie wegen des staendigen Verkehrschaos immer weniger. Ein zugeparktes Fahrzeug, eine versperrte Ausfahrt, eine blockierte Strasse, das sind in China Alltagserscheinungen, die hier in China niemanden aufregen. Ganz anders in meinem Heimatort Cadenberge, wo das Parken in einer Spielstrasse meist gleich zu Vortraegen zum Strassenverkehrsrecht durch den verspiesserten Nachbarn fuehrt. Der ist es denn auch, der erschrockene Gaeste aus China beim Wurf einer Plastikflasche in den Muelleimer ueberfuehrt und sogleich belehrt. Ja, wir sind viel weiter. Wir haben immer nur Muelltrennung gehabt. Immer nur Hygenie (bis zum Abwinken). Immer nur eine geordnete Muellabfuhr. Und: Geschichte und Entwicklung kennen wir nicht. Wir waren immer so. Wir waren und sind vor allem viel schlauer und viel sauberer. Mag sein oder auch nicht. Eher wohl nicht. Aber: China und die Chinesen sind liebenswerter. Sie belehren nicht, sie ertragen. Auch den Dreck anderer. Das zaehlt am Ende. Und das Muellproblem schaffen sie auch. Da bin ich sicher.     

Dr. Rolf Geffken, Nanjing 6.7.2014


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